Oktober 2001

Glückwunsch an alle Turkmenen
Zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit möchte ich mich gern den Glückwünschen aus aller Welt anschließen, die an den Präsidenten Turkmenistans, S. Turkmenbashi, und das turkmenische Volk gerichtet sind. Ich wünsche Kraft, Ausdauer, Schöpferkraft bei der weiteren Ausgestaltung des ganzen Landes.

Feiertag
Der Oktober steht ganz im Zeichen des 10. Jahrestages der Unabhängigkeit. Der eigentliche Jahrestag, der 27. Oktober, ist eingebettet in 10 Feiertage. Zwischen dem 20. und 30. Oktober wird nicht gearbeitet. 7 Arbeitstage. Alle Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern ein zusätzliches Monatseinkommen. Das Festprogramm ist voller Veranstaltungen: Sportfeste, Einweihungen von neuen Betriebsstätten (z.B. eine hochmoderne Chemieanlage für die Petrolindustrie- Benzin mit 98 Oktan ist eines der Ergebnisse), neuen Krankenhäusern, Gebäuden und Strassen, Konzerte, Theateraufführungen, Paraden, Pferderennnen. Die Stadt ist festlich geschmückt mit Lichtern und Wimpelketten, alles ist geputzt und sauber. An den Straßen sind Stände aufgebaut, an denen Cola, Fanta, Wasser oder "Wässerchen", bunte Torten und Imbiß verkauft werden.
Am 27. Oktober findet die große Parade statt. Begonnen wird mit einer Militärparade. Alle Waffengattungen sind aufgezogen, ein Marschblock von Offizierinnen und Soldatinnen ist auch dabei. Sie fallen auf, weil sie besonders die Arme beim Marschieren schwenken. Danach werden die Errungenschaften der Volkswirtschaft auf großen Schauwagen vorgestellt, Kinder tanzen zu Volksmusik.
Eines der beeindruckendsten Dinge für mich ist die Fertigstellung des Riesenteppich. Einige Daten und Informationen
habe ich zusammengestellt, ich hoffe, demnächst auch ein paar Bilder machen zu können.

Der Weg der Gesundheit

Unweit von Ashgabat wurde der Weg der Gesundheit gebaut. Der Präsident regte diesen Weg an, weihte ihn selbst ein und lief ihn im Sportdress, gemeinsam mit allen Ministern. Wie mir erzählt wurde, hatten sie neben ihm ganz ordentlich zu schwitzen.
Der Weg beginnt westlich von Berzengi. Der Anfang ist leicht zu finden: einfach der Strasse, an der die 37 Hotels liegen, folgen. Inmitten der Neupflanzungen von Bäumen ist links der Kreuzungspunkt der Teilstrecken sehen.
Es gibt zwei Teile: Der linke Weg ist 25 km, der rechte Weg 8 km lang. Ich lief beide, an zwei verschiedenen Sonntagen.
Der Weg wurde komplett in Beton gebaut und wird von Stufen dominiert. Die Auftritte sind unterschiedlich gegossen, was das Laufen nicht unbedingt erleichtert. Häufiges einbeiniges Steigen ist die Folge.Schade, dass weder Alpen- noch Erzgebirgsverein einen Vorschlag gemacht haben zur Gestaltung des Weges. Der parallel zum Weg verlaufende, nicht betonierte Pfad für die Servicefahrzeuge wäre vermutlich angenehmer. Möglicherweise sind auch die Erosion durch winterliche Stürme und Trockenheit ein Grund für die aufwendige Gestaltung mit Beton.
Unterwegs sind Pavillons errichtet, wo sich der Wanderer erholen kann. Gelegentlich sind auch Militärposten anzutreffen. Besonders der linke, längere Teil führt sehr dicht an der Grenze zum Iran entlang. Man verpasse nicht die Registrierung am Ausgangspunkt!
Es sind viele Leute unterwegs. Eine Seminargruppe des Sprachinstituts unternimmt einen Wandertag, Familien sind mit Kind und Kegel auf der Strecke, junge Paare. Auffällig ist, daß niemand in Wanderkleidung unterwegs ist. Die Frauen tragen die Nationalkleider und die für diesen Weg wahrlich ungeeigneten Schlappen. -Dies ist auch der Grund, warum die Mehrzahl der Läuferinnen/Wanderinnen/Spaziergängerinnen barfuß, mit Schuhen in der Hand, läuft.
Die ausgedehnten Neupflanzungen von Bäumen in Landschaft fallen von oben noch mehr auf. Die Ministerien des Landes, alle großen Unternehmen wurden für die Aufforstung eines Gebiet verantwortlich gemacht, um langfristig die Lebensqualität der Hauptstädter zu erhöhen. Die Mehrzahl aller Bäume hat einen Sprenkleranschluß, die schwarzen PE- Rohre wurden kilometerweise verlegt.
Übrigens: Nachts ist der Weg immer beleuchtet- 33 im Berg veschlungene km. Beim Anflug sieht man dies als erstes.


Uhren

Ein Phänomen begegnet mir immer wieder: fehlende Armbanduhren.
Anfangs dachte ich, dies wäre eine eigentümliche Form, um irgendwie ins Gespräch zu kommen. Einmal hielt ein Wolga an einer belebten, dreispurigen Strasse an. Zwischen Fußweg und Strasse lag noch der übliche Wassergraben. Das Fenster wurde heruntergedreht, drinnen ein Paar. Die Frau beugt sich aus dem Fenster und fragt nach der Uhrzeit. Ich sage sie ihr, sie fahren weiter. Ich schaue mir die anderen Fußgänger an und stelle fest, NIEMAND außer mir hat eine Uhr am Handgelenk.
Im Bus: Alle halten sich an den Stangen fest. Folglich sind die Handgelenke oben. Im ganzen Bus, sehr voll, kann ich "oben" nur drei Armbanduhren entdecken. Meine eigene, eine normale, klassische "Aufziehuhr" und eine mit dem goldenen Bildnis des Präsidenten. (Diese ist eine besondere Auszeichnung, z.B. für ausgezeichnete Studienergebnisse).
Sind Uhren so teuer? Oder sind sie irgendein Zeichen von Reichtum? Oder sind sie einfach verpönt, weil man wegen des Armbands leichter schwitzt? Oder ist es nicht üblich, mit einem Zeitmesser unterwegs zu sein? Hat noch niemand eine Swatch in Turkmenistan- Ausführung entworfen? Ich werde es noch herausfinden.
Picknick 1
Picknick, neudeutsch Barbequeue (B.B.Q.), ist eine der beliebten Freizeitbeschäftigungen. Sonntags treffen sich Familienclans oder Geschäftspartner zur Erholung (russ. otdych), um bei einem frischen Shashlyk, ein/zwei Bier und drei/vier Wodka (oder war es umgekehrt richtig?) die Woche Revue passieren zu lassen.
Freunde luden mich ein, einen schon kühleren Sonntag mit ihnen zu verbringen. Einige Impressionen habe ich eingefangen.


Kontinentalklima
sucht mich erstmals. Natürlich ist alles bestens vorbereitet, sogar das Wetter zeigt sich von seiner (bisher gewohnten) guten Seite. Am Anreisedonnerstag haben wir noch sehr hohe Temperaturen (ca. 28 Grad). In der Nacht setzt Regen ein, die Temperaturen fallen ins Bodenlose. Am Freitag nieselt es den ganzen Tag. Am Samstagmorgen sind knapp über Null Grad . Am Sonntagmorgen, auf dem Tolkuchka- Bazar, glitzert der Boden nach nächtlichem Bodenfrost. Die Händler sind in wärmende Hüllen gewickelt, fliegende Verkäufer bieten statt Eis Tee und und warmen Imbiss. Und ich versprach einen letzten Geschmack von Sommer!



Der Park des 10. Jahrestages der Unabhängigkeit Turkmenistans


Der Weg der Gesundheit

Im Kopet Dagh- Gebirge

Hochzeitsgesellschaft im Restaurant "Maral"

Picknick