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Erbent- ein zweites Mal
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Während unseres ersten Besuches in der Oase Erbent im Februar hatte ich einige Fotos gemacht, die ich als Dankeschön gerne den Gastgebern überbringen wollte. Geld lehnten sie grundsätzlich ab, Süßigkeiten hatten wir keine dabei. (Dies erfuhren wir erst dort: Einzig mit Konfekt soll man sich bedanken.) Ein Kilo russischen Konfekts kaufte ich auf dem Basar, die Fotos waren im Gepäck, reichlich Wasser und Benzin hatten wir dabei. Immerhin ist die Oase gut 180 km von Ashgabat und 60 km von der nächsten Oase entfernt. GSM- Telefone funktionieren nicht, eine Verbindung ist also nicht möglich. Man weiß ja nie ... Ich zeigte, dort angekommen, meine Bilder und wurde gleich zum Haus der Familie gebracht, die uns die Teppiche und Handarveiten gezeigt hatte. Unsere ursprüngliche Gastgeber- Familie hatte ihre eigene Jurte bereits abgebaut und war mit den Tieren verschwunden. Wohin, das erfuhren wir später.
Der obligatorische Tee, eine Art Eintopf aus Kartoffeln, Gemüse und Hammelfleisch, Brot und Käse wurden aufgebaut (aufgetischt wäre falsch, wie immer saßen wir auf dem Boden auf Teppichen). Mit R. konnten wir uns Russisch unterhalten, er hatte es in Ashgabat gelernt, wohin er häufig zu Handelszwecken fährt.
Der Kauf des Teppichs war schnell verabredet.
Wegen der Kamera fragte mich R., ob wir nicht noch seine Eltern aufnehmen könnten. Sie seien schon sehr alt und er hätte gerne von ihnen noch ein paar Bilder. Sehr gerne sagte ich zu. Einige Fotos habe ich auf der rechts zu findenden Seite untergebracht.
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Turkmenische Teppiche II- Kash-ma´
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Turkmenistan ist berühmt für seine Teppiche. Oft werden sie fälschlicherweise als Bukhara- Teppiche bezeichnet. Diese, meistens in einem roten Grundton gehalten, Seidenteppiche sind kostbare Stücke. Die Ausfuhr der Teppiche ist streng mit Zertifikaten und Echtheitsplomben geregelt, der Zoll kontrolliert dies richtigerweise sehr gewissenhaft. Völlig unbeachtet hingegen sind die Kash-ma´, Filzteppiche der Nomaden. In Erbent sahen wir beim ersten Mal diese aufwendig hergestellten Teppiche, die, farbig, in den Jurten und Häusern auf den Sandboden zum Schutz gegen die Kälte gelegt werden. In weiß sind sie die Gebetsteppiche in der Moschee. Diese Teppiche werden aus Kamel- und Schafwolle hergestellt. In mehrfachen Arbeitsschritten wird die Wolle mit Wasser und natürlichem Bindemittel gestampft und in eine Form gebracht. Das Muster wird ebenfalls aus Wolle, die mit Naturfarben gefärbt ist, eingesetzt, nicht aufgemalt.
Meine turkmenischen Kollegen konnten nicht recht verstehen, was ich an diesen einfachen Teppichen finden kann. Sie seien doch sehr einfach und nicht repräsentativ, es sind Teppiche eher für den Alltag, ohne Wert.
A. bekam den Teppich zum 18. Geburtstag als Erinnerung an einen Besuch in der Wüste, in einer Jurte bei gastfreundlichen Turkmenen. |
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In der Wüste
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R., unser Gastgeber aus Erbent, bot uns an, nach den Aufnahmen seiner Eltern gemeinsam in die Wüste zu fahren. Seine Schwester würde dort zur Zeit mit den Schafen leben.
Eine solche Gelegenheit mußte ich nutzen. Ungefähr 12 km off- road, quer durch das Nichts aus Sand und trockenem Gestrüpp, führte er uns. Der Jeep bewährte sich wiederum.
Wir fanden die Jurte. R.´s Schwester empfing uns mit Tochter und Sohn und einer weiteren Verwandten. Vor der Jurte stand der Wassertanker und ein Motorrad.
In der Jurte brennt immer ein kleines Feuer, das zum Kochen und zur Erwärmung gleichermaßen dient. Brennstoff ist das äußerst trockene und hocherhitzende Holz eines stachligen Strauches. Sie verbringen dort die Wochen des Frühjahrs mit den Lämmern und deren Elterntieren, um das spärliche Grün zu nutzen. Völlig abseits, ohne Strom und Kanalisation, arbeiten sie im Einklang mit der Natur. Die Jurte ist spartanisch eingerichtet, sicher wird es in den Nächten auf dem Wüstenboden noch empfindlich kalt.
Die Gastgeber- Familie vom Februar war ebenso mit ihrer Jurte irgendwo in der Wüste, um den kargen Frühling zu nutzen. |
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Mohnfeld- Nicht von Monet (danke, A.)
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Sommerliche Temperaturen ließen uns an einem Sonntag in die Natur streben. An der Straße Richtung Arcabyl sahen wir links ein phantastisches Mohnfeld, das eine Reihe Maler inspirierte. Ein Bus hielt an, junge Frauen und Mädchen entstiegen und pflückten Sträuße. Nichts war gestellt oder bestellt, so malerisch, dem Kitsch fast nahe, wie auf den Bildern war die Situation. Die Ashgabater sprechen wieder von diesem Naturschauspiel, das nur wenige Wochen anhält, bevor alles von der Sonne verbrannt wird: die Berge begrünen sich, gelbe und rote Wildblumen sprießen.
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