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Weihnachtsmann und Palmen
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Von meinem Weihnachtsurlaub in Berlin zurückgekehrt, zog es mich am ersten Sonntag in die City von Ashgabat. Ich mußte die neue Kamera testen.
Auf dem großen Platz zwischen Präsidentenpalast und Tribüne war ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Für mein Auge fremd war die Kombination aus strahlendem Sonnenschein, Palmen und einem Weihnachtsmann, der sich um die Kinder bemühte. Immerhin waren 16- 18 Grad C. Weshalb eigentlich war Dyed Moros, der russische Kollege von Knecht Ruprecht und Santa Claus, am 6. Januar noch aktiv? Er sollte sich doch längst zurückgezogen haben und dem Osterhasen bei der Vorbereitung helfen ... Der Grund stellte sich in der folgenden Woche heraus. Der alte russische Kalender lebt in der Bevölkerung noch. Deshalb ist am 6. Januar der alte russische Heiligabend, am 13. Januar altes russisches Silvester und am nächsten Tag Neujahr. Und am 14. Januar wird die Reihe der Wünsche zum neuen Jahr fortgesetzt. Kein Telefonat ohne Glückwünsche, manches Gespräch wurde ausschließlich zu diesem Zweck geführt. Für Leute, die gerne feiern, gibt es so ungeahnte Möglichkeiten, Silvester zu verlängern.
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Schnee und Berge
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Mit einem Freund war verabredet, ein Wochenende in den nahen Bergen zu verbringen. Nach dem ersten frühlingshaften Januarwochenende ein guter Anlaß, zu wandern und frische Luft zu tanken.
Am 12. Januar geschah das Unfaßbare: In der Nacht hatte es unablässig geschneit. Zum ersten Mal seit 10 Jahren versank die Stadt im Schnee. Böse Zungen würden behaupten, dies wäre passiert, damit ich meine schneeschiebende Familie zu Hause nicht vergesse.
Aufgrund dieses seltenen Ereignisses gibt es natürlich kaum Fahrzeuge, um die Straßen frei zu halten. Wüstengewohnte Autofahrer sparen sich auch die Winterreifen. Ergebnis: Schleichende Autos und glückliche Kinder. Die Autos schlitterten mehrheitlich auf ihren schnellen Sommerreifen, die Kinder rodelten wie überall in der Welt jeden Hügel herunter.
Die Tour wurde zu einem Ausflug mehrerer expats. Es gab eine phantastische Gelegenheit, im Schnee zu marschieren und sich auszutauschen.
Nach 2 Tagen, am Dienstag, war das weiße Wunder wieder vorbei, Schnee geschmolzen, Natur ergrünend und den Frühling erwartend. |
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Musik und Tanz
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Dienstreise nach Balkanabat, dem früheren Nebit- Dag. Nebit, turkmenisch für Erdöl, gab den alten Namen für die Stadt in der Wüste. Rund 400 km von Ashgabat, rund 200 km vom Kaspischen Meer entfernt, ist die Stadt Zentrum der turkmenischen Erdölindustrie.
Am Abend gehen wir in ein kleines Restaurant. Außer uns, 3 Herren mittleren Alters, sind nur noch 4 eher junge Burschen im Raum. Mitten im Studium der Speisekarte wird das Licht heruntergeschalten, dröhnende Musik setzt ein. Unsere Intervention hilft, die Schaschlyks wenigstens bei Licht und Ruhe bestellen zu können. Essen kommt, wir beginnen. Ebenso urplötzlich beginnt wieder der dröhnende türkische Rock. Die jungen Burschen springen auf und beginnen zu tanzen. Keine Frau im Raum, die aufzufordern wäre. Für mich als engagierten Kaum- Tänzer zumindest eine beruhigende Tatsache. Die Männer tanzen wie die Derwische auf der Fläche herum und wollen sich scheinbar selbst beeindrucken. Diese Eigenart ist nicht etwas Besonderes in diesem Restaurant in Balkanabad. Jede Disko, die hier mangels Alternativen zum Treffpunkt aller Expats wird (es gibt derzeit drei besuchenswerte Diskotheken in Ashgabat), läuft ähnlich ab. Mädchen, manche im feinen langen Kleid, Jungs, viele in Anzug und Krawatte, treffen sich. So normal, wie Mädchen mit ihren Freundinnen auf der Tanzfläche sind, tanzen auch Jungen und Männer (jeglichen Alters) mit ihren Freunden und Kumpels. Das errinnerte mich nur entfernt an das begeisterte Luftgitarrenspiel pubertierender Jungs nach dem Erhalt der neuesten LP von T. Rex, Sweet oder Deep Purple. Das frisch eingetroffene Paket von der Tante oder die x-mal umgeschnittene Kassette ist jedoch schon mehr als 25 Jahre alt, für die Ewigkeit wurde die Szene in "Sonnenallee" eingesetzt.
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| 6. Januar 2002 |

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| 13. Januar 2002 |
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